Immunsuppressive Therapie bei CED-Patienten mit Malignom in der Anamnese
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Immunsuppressive Therapie bei CED-Patienten mit Malignom in der Anamnese


Video-Report zum Vortrag von Professor Dr. Jaques Cosnes, Hôpital Saint Antoine, Paris, beim Symposium 202 „Evolving Therapies in Clinical Practice in IBD“, 29.-30. April 2016 in Prag
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Zusammenfassung
„Evolving Therapies in Clinical Practice in IBD” – unter diesem Titel fand Ende April 2016 ein internationales Symposium der Falk Foundation in Prag statt. Ziel war es, die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet zu diskutieren und so die medizinische Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, abgekürzt CED, weiter zu verbessern. Über die Problematik einer immunsuppressiven Therapie bei CED-Patienten mit einem Malignom in der Anamnese sprach Professor Dr. Jacques Cosnes, Paris. Immunsuppressiva erhöhen das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen. Unter Thiopurinen steigt insbesondere die Wahrscheinlichkeit für EBV-assoziierte Lymphome und nicht-melanotische Hautkrebsformen, unter TNF-alpha-Inhibitoren die Gefahr für ein malignes Melanom. Dagegen sinkt das Risiko für ein kolorektales Karzinom. Was aber bedeutet das für die Therapie von Patienten mit einem Malignom in der Anamnese? In einer aktuellen Studie basierend auf Follow-up-Daten von mehr als 30.000 Patientenjahren wurde unter der Monotherapie mit einem Immunsuppressivum kein erhöhtes Risiko für ein neuerliches oder rezidivierendes Karzinom gefunden (1). Ohne Immunsuppression lag die Rate bei 37,5 Fällen pro 1000 Patientenjahre, unter einem Immunmodulator bei 36,2 und unter einer TNF-alpha-Blockade bei 33,8 Fällen. Unter einer Kombinationstherapie zeigte sich allerdings ein Anstieg auf 54,5 Fälle. Patienten mit einem Karzinom in der Anamnese können unter folgenden Voraussetzungen mit einem Immunsuppressivum behandelt werden: Ein residuales oder latentes Karzinom sollte vor Beginn der Therapie ausgeschlossen werden. Der Abstand zwischen Krebserkrankung und Therapiebeginn sollte zwischen 2 und 5 Jahren betragen. Die Wahl des Immunsuppressivums sollte die jeweilige Tumorerkrankung berücksichtigen. Konkret bedeutet das: Kein Azathioprin oder 6-MP bei EBV-assoziiertem Tumor, bei HPV-assoziiertem Tumor und bei einem Karzinom im Urogenitaltrakt. Kein TNF-alpha-Inhibitor bei einem malignen Melanom und kein Vedolizumab bei gastrointestinalem Karzinom.

(1) Shelton E et al. Gastroenterology. 2016;151(1):97–109.e4.

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