Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen stets das Arzneimittel-induzierte Infektionsrisiko beachten
Dauer: 03:26 Min.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen stets das Arzneimittel-induzierte Infektionsrisiko beachten


Video-Report zum Vortrag von Dr. Eugeni Domènech, Badalona, Spanien, beim Symposium 206 „From the New and Complex Concepts to the Real Patient: Science and Clinic in IBD“, 31. März – 1. April 2017 in Madrid, Spanien.
© Falk Foundation e.V., Freiburg. Alle Rechte vorbehalten.


Zusammenfassung

„From the New and Complex Concepts to the Real Patient: Science and Clinic in IBD“ – so lautete der Titel des Symposiums 206 der Falk Foundation im März in Madrid. Mehr als 1100 Ärzte aus 49 Nationen informierten sich vor Ort über die neuesten Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.


Große Beachtung fand der Vortrag von Dr. Eugeni Domènech aus Badalona. Er sprach über das potenzielle Auftreten von Infektionen bei der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen.

Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Es wird durch die Behandlung mit immunmodulierenden Wirkstoffen verstärkt. Diese können besonders das Auftreten einer Tuberkulose, einer Infektion mit humanen Papillomviren oder einer Herpes-simplex-Virusinfektion begünstigen.

Bei der Beurteilung des Infektionsrisikos ist zwischen allgemeinen Infektionen, schweren Infektionen und opportunistischen Infektionen zu unterscheiden.

Ein eindeutig erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei einer Therapie mit systemisch wirksamen Kortikosteroiden, mit Immunmodulatoren und mit Anti-TNF-Therapiestrategien. Nicht gesteigert wird das Infektionsrisiko durch Aminosalicylate. Auch Antibiotika sind in dieser Hinsicht unproblematisch, abgesehen von dem Risiko einer Infektion mit Clostridium difficile. Bei lokal wirksamen Kortikosteroiden fehlen bislang noch Daten zu dieser Frage.

Vor allem das Infektionsrisiko unter systemischen Kortikosteroiden wird noch oft unterschätzt. Bei Morbus Crohn liegt es bei ca. 25% und ist damit höher als die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Übelkeit und Erbrechen.

Auch schwere Infektionen sind unter systemischen Kortikosteroiden häufiger. Das belegen kontrollierte klinische Studien. Dies ist vor allem zu bedenken, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen, wie zum Beispiel höheres Lebensalter, eine Malnutrition, ein Diabetes mellitus oder andere relevante Komorbiditäten.

Bestimmte CED-Therapeutika können das Infektionsrisiko steigern. Das gilt vor allem für systemische Kortikosteroide und Biologika. Neben dem allgemeinen Infektionsrisiko nimmt unter der Therapie auch die Gefahr schwerer Infektionen signifikant zu. Unproblematisch im Hinblick auf das Infektionsrisiko ist eine Behandlung mit Mesalazin. Dies gilt ebenso für Antibiotika, abgesehen von dem Risiko einer Infektion mit Clostridium difficile unter Antibiose.

Weitere Videos zum Thema

Immunsuppressive Therapie bei CED-Patienten mit Malignom in der Anamnese

02:44
Das Mikrobiom – neues Target für die CED-Therapie

 

 

Sind Sie Patient und möchten den Anwendungsfilm zu diesem Präparat ansehen? Bitte geben Sie dafür die Chargennummer aus Ihrer aktuellen Packung ein, und klicken Sie auf "Anmelden".
Die Chargennummer finden Sie rechts von "Ch.-B." auf der Schmalseite der Packung. Die Angabe dient dem aus rechtlichen Gründen notwendigen Nachweis, dass Sie das Präparat verschrieben bekommen haben.
Anmelden