Colitis ulcerosa - Karzinom
Dauer: 03:47 Min.

Colitis ulcerosa - Karzinom


Autor: Prof. em. Dr. med. S. Liebe, Universität Rostock, Rostock, Deutschland
Aus: Falk Media Service D34, Videofilme aus der Endoskopie-Praxis - Ausgewählte Erkrankungen des Kolons

2. Auflage 2012. © Falk Foundation e.V. Alle Rechte vorbehalten.


Klinik
Bei dem 68-jährigen Patienten war vor 19 Jahren erstmalig die Colitis ulcerosa diagnostiziert worden. Die Erkrankung beschränkte sich von Beginn an auf den linken Teils des Kolons. Vom Caecum bis zur Mitte des Querkolons fanden sich niemals entzündliche Veränderungen. Der Verlauf war kompliziert durch zahlreiche Schübe mit blutigen Durchfällen. Eine dauerhafte Remission war in den 19 Jahren trotz Behandlung mit Prednisolon, Tacrolimus, Apherese und zuletzt TNF-?-Antiköpern nie zu erreichen. Eine chirurgische Behandlung hatte der Patient stets abgelehnt, obwohl bereits vor 3 Jahren in Stufenbiopsien niedriggradige Dysplasien gefunden wurden. Der Patient entwickelte wiederholt eine transfusionspflichtige Anämie. Verantwortlich dafür waren zahlreiche große Pseudopolypen mit erosiven Oberflächen. Die jetzt durchgeführte Endoskopie hatte die Abtragung dieser Polypen zum Ziel. Der endoskopische Befund führte zu einer Änderung dieser Strategie.

Video
Das Video beginnt im unteren Sigma kurz vor der auf Malignität verdächtigen Veränderung. Man erkennt zunächst Pseudopolypen. Die verdächtige Veränderung selbst ist flach und etwa 2 mal 4 cm groß. An zwei Stellen ist sie in der Mitte eingesunken. Das Endoskop wird dann bis in das Colon descendens vorgeschoben. Man erkennt zahlreiche unterschiedlich geformte Pseudopolypen mit zuckergussartiger Oberfläche. Auf dem Rückzug wird die verdächtige Veränderung bioptiert.    

Kommentar
Die histologische Untersuchung ergab ein muzinöses, teils siegelringzellartiges Adenokarzinom (G2-3) mit angrenzenden Läsionen einer hochgradigen Epitheldysplasie.
Nach langjährigem Verlauf einer Colitis ulcerosa ist mit malignen Veränderungen zu rechnen, auch wenn es sich um eine Linkskolitis handelt. Dies gilt besonders dann, wenn eine Remission über viele Jahre nicht zu erreichen war. Die malignen Veränderungen sind anfangs flach und schwer erkennbar.

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